
Da die Teilnehmerplätze für die Praxis-Workshops und Seminare des Symposiums TAB_3 begrenzt sind, wird eine frühzeitige Anmeldung über das Online-Formular empfohlen.

Das komplette Programm können Sie hier als PDF-Datei downloaden.
20 – 22 / 10 / 2011
Menschen im Spannungsverhältnis zwischen KörperWissen / Gesellschaft / künstlerischem Ausdruck, Forschen, Handeln & Vermitteln
Die komplette Programmübersicht finden Sie am Ende dieser Seite.
Welches eigene Körperbild, welches Menschenbild habe ich? Wodurch und wie wurden diese Bilder geprägt? Welche Menschenbilder und Körperbilder liegen unseren Ausbildungskonzepten und Curricula zu Grunde? Welche Werte vermitteln wir als Künstler und als Kunsthochschule bezogen auf Individuen und den gesellschaftlichen Kontext? Welche Bewertungskriterien haben wir für die Qualität der Lehre und welche für künstlerische Produktionen? In wie weit führen Veränderungen in der Inszenierungspraxis und in den Produktionsbedingungen oder neue Rezeptionsweisen zur Hinterfragung der bestehenden Wertevorstellungen? Welche Wertvorstellungen lassen sich in anderen Kulturen finden und sind wir bereit unsere eigenen zu hinterfragen?
Diese und weitere Fragen skizzieren den Themenkomplex mit dem sich das dritte Symposium THE ARTIST’S BODY in Vorträgen, Seminaren, vier Praxisblöcken, einer Paneldiskussion und einem Performance Programm befasste. Es schließt an die Fragestellungen von TAB1_Körper & Körperwahrnehmung in der Künstlerischen Ausbildung und TAB2_KörperPräsenz & Bühne an und richtete den Focus auf unser grundlegendes Verständnis von „Körper“. TAB3 untersuchte bestehende Körperbilder, die damit verbundenen Menschenbilder und ging der Frage nach, welche Körper- und Menschenbilder den bestehenden Wertesystemen zu Grunde liegen.
THE ARTIST’S BODY ist ein Forum für Begegnung und Austausch. Es bietet Studierenden und Dozenten aus der HfMDK und anderer Hochschulen und Universitäten wie auch interessierten Künstlern, BewegungsForschern und KörperArbeitern die Möglichkeit, sich zu informieren, zu reflektieren, zu spüren, sich gemeinsam zu bewegen und dabei neue Erfahrungen zu sammeln, die vielleicht Wertesysteme verändern.
TAB3 bot die Möglichkeit, die Arbeitsansätze von Dozentinnen und Dozenten der Workshopreihen MSBL/KIT_11/12 kennen zu lernen. Diese werden bereits zum sechsten Mal angeboten. Im Studienjahr 2011/2012 werden zehn interdisziplinär ausgerichtete Intensiv-Seminare zu Musikspezifischer Bewegungslehre und Körper im Theater angeboten.
Angeregt durch das Feedback zu TAB2 sind die MSBL/KIT Workshops zum ersten Mal an ein gemeinsames Thema gekoppelt _IMPROVISATION_
Improvisation betrifft sowohl Musiker als auch Schauspieler, Sänger, Tänzer und Regisseure und ist etwas, das wir - mehr oder weniger bewusst - täglich praktizieren.
Aber was hat Improvisation mit Körper-, Menschenbildern und Wertesystemen zu tun? Die Beantwortung dieser Frage war eine der Herausforderungen für Dozenten, Referenten und Teilnehmer bei TAB3.
AG Körper & Bewegung
Ausstellung KÖRPERBILDER | MENSCHENBILDER, K/EIN SAMMELSURIUM
Installationen - Living Room - Fotos - Kostüme - Objekte - Skizzen - Karten - Blätter - Zu Klein Teile
VIDEOS | Andrea Keiz Lutz Gregor
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PRESSE | Dem Körper eine Stimme geben |
14:30-15:00 | ERÖFFNUNG |
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15:00-15:45 | EinführungsVORTRAG | Peter Renshaw |
Download des Scirpts zum Vortrag hier
16:00-18:00 | PRAXIS 1_parallele Workshops | Seminare |
S__1 | Prof. Gerhard Mantel |
S__2 | Thomas Gläßer Was bewegt Kunst? |
1_ WS | Dr. Liane Simmel |
2_ WS | Volker Biesenbender |
3_ WS | Valentin Koegh |
S_1 - Prof. Gerhard Mantel - Körperbewegung als Funktion, Empfindung und Ausdruck
In dem Seminar soll in Praxis und Theorie die Interdependenz von instrumentaler Funktion (dazu gehört auch die physikalische Reaktion meines Instruments) und den damit kybernetisch verknüpften Kategorien Empfindung („was erlebe ich bei der Musik, beim Spiel“) und Ausdruck („wie forme ich die Musik, was teile ich mit“) dargestellt werden.
Wenn wir das Instrumentalspiel als ein offenes System betrachten, kann an jeder Stelle dieses Systems der Einstieg in einen Lernprozess erfolgen. Voraussetzung hierzu ist eine hochdifferenzierte, beschreibende, nicht nur beurteilende Wahrnehmung – ich kann nur verbessern, was ich wahrnehme. Wiederholung ohne Ziele, nach dem „Prinzip Hoffnung“ perpetuiert nur den Status quo.
Der ursprüngliche griechische Begriff „Techne“ umfasst das Wissen um die Ziele („ich muss wissen, was ich will“) und die Mittel, diese Ziele zu erreichen („ich will wissen, wie es geht“). Diese Kategorien sind nicht hierarchisch geordnet, sondern kybernetisch, also gleichberechtigt aufeinander bezogen. Es gibt deshalb keine Tabus, kein richtig-falsch, sondern experimentierendes Forschen, das immer in Bewegung ist.
S_2 - Thomas Gläßer - Was bewegt Kunst
"Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen" (Schönberg). Egal, ob man in diesem Satz ein spätes Echo des romantischen Geniekults oder ein Programm für die avantgardistischen Bestrebungen des 20. Jahrhunderts liest, ist sein Unbedingtheitsanspruch eine Herausforderung für Kunsthochschule und Kunsthandwerk, für therapeutische oder spielerische Vorstellungen von Kunst.
Künstlerisches Schaffen ist ein vielfältiges Wirkungsfeld, in dem sich Begehren und Disziplin, Aktivität und Passivität, Lauschen und Singen, Geborgenheit und Kontemplation, Ästhetik und Kommunikation, Anpassung und Selbstbehauptung etc. in unterschiedlicher Weise kreuzen und zusammenwirken. Das moderne Bild vom "unentfremdeten Künstler" findet dabei immer dort Nahrung, wo die Selbstbehauptung des Subjektiven und seine gleichzeitige Überschreitung gelingen. Welche Rolle spielen dabei der Körper, das Begehren, der Mangel und die Fantasie?
In diesem Seminar nehmen wir verschiedene Spuren auf, um künstlerische "Beweggründe" auszuloten.
1_WS - Dr. Liane Simmel - Spiraldynamik® - intelligent movement
Für diesen Workshop sind leider keine Anmeldungen mehr möglich.
Einseitige Haltung beim Musizieren oder erzwungene Technikperfektion im Tanz sind Ursache für zahlreiche Überlastungen, Fehlhaltungen und Schmerzen bei Musikern und Tänzern. Hier gibt die Spiraldynamik® ein einfaches Werkzeug an die Hand, um das eigene „ungünstige“ Bewegungsmuster aufzudecken, zu analysieren und durch ein neues, intelligenteres Bewegungskonzept zu ersetzen. Anatomie und Biomechanik des menschlichen Körpers nutzen die Schraubenspirale als Grundprinzip. Die Anordnung der Kreuzbänder, der Band-Schrauben-Mechanismus der Hüftgelenkskapsel und die dreidimensionale Verschraubung der Beinachse sind Beispiele für das Bau- und Funktionsprinzip der spiraligen Verschraubung. Die Spiraldynamik leitet daraus für jeden Körperbereich entsprechende Bewegungsvorgaben ab, mit denen durch gezielte Bewegungsschulung eingeschliffene Grundmuster verändert werden können. So wird der Körper gleichsam neu „geformt“. Dabei geht es nicht um das Erlernen eines neuen Übungsprogramms, sondern um die Analyse, Wahrnehmung und Schulung der eigenen Bewegungsqualität und schließlich die Integration eines veränderten Bewegungsmusters sowohl in das regelmäßige Üben/ Training als auch in die alltägliche Bewegung.
2_WS - Volker Biesenbender - Vom improvisierenden Umgang mit klassischer Musik
Improvisation ist heute „in“, aber noch immer haben die meisten klassischen Musiker wenig oder gar keinen Kontakt mit ihr. Was in allen aussereuropäischen Kulturen (noch) selbstverständlich ist, was auch bei uns bis vor 150 Jahren als wichtiger Lebensatem der Musik verstanden wurde, wird heute nur in Randbereichen gepflegt. So behauptet sich hartnäckig der Mythos, dass Improvisieren eine Spezialfähigkeit sei, die komplexe Voraussetzungen und ein profundes Wissen brauche. Meine Erfahrung ist, dass das genaue Gegenteil der Fall ist: Improvisatorische Potentiale und Gestaltungskräfte stecken, nicht anders als beim Sprechen, in jedem Musizierenden. Sich als „Klassiker“ gezielt mit der Improvisation zu beschäftigen bedeutet ein befreiendes musikalisches Abenteuer, das unweigerlich zu einer neuen Art von Spielfreude, persönlichem Ausdruck und einer beweglicheren Instrumentaltechnik führt. Bitte Instrumente mitbringen.
3_WS - Valentin Keogh - Alexandertechnik
F.M. Alexander hat sich über viele Jahre als Schauspieler und Rezitator mit dem Klang seiner Stimme und dessen Bezug zu seinem Körper und Körpergebrauch beschäftigt. Ausgangspunkt seiner Suche waren klangliche Probleme mit seiner Stimme, die zu einer künstlerischen Krise führten. Ergebnis dieser jahrelangen Beschäftigung war die befreite, resonante Stimmfülle, für die er berühmt war und eine Methode, die u.a. für unzählige Musiker, Schauspieler und Andere richtungsweisend ist für die Suche nach dem eigenen Klang und Ausdruck, ohne in die Sackgasse von Anspannung, Blockierung, Schmerzen und Spielprobleme zu geraten. In diesem Workshop werden wir die Grunderkenntnisse Alexanders kennenlernen und mit dem eigenen Körper und Körperbewegungen erforschen, um die Beziehungen von Denken, Fühlen, Körpergebrauch, Körperkraft und musikalischer Disposition zu erleben.
Alle Teilnehmenden bitte ich, ihr Instrument zum Workshop mitzubringen und etwas zum Vorspielen bereitzuhalten.
19:15-19:45 | IMPULSREFERAT | Lorenz Kielwein |
Lorenz Kielwein
Ästhetik excellenter Kommunikation
19:45-20:00 | PERFORMANCE Ausschnitt aus "THE PLACE" |
20:00-21:30 | PANEL Körper-/Menschenbilder/Wertesysteme Prof. Dr. Verena Kuni, Volker Biesenbender, Thomas Gläßer, Lorenz Kielwein, Prof. Claas Willeke, Prof. Martin Lücker Moderation: Prof. Dr. Kristin Westphal |
ab 21:30 | EMPFANG |
10:00-11:00 | msbl/kit am morgen | Kristina Veit |
11:30-12:15 | VORTRAG 2 | Prof. Claas Willeke |
Class Willeke - Improvisation, ein Muss!
Improvisation stellt innerhalb der künstlerischen Ausbildung noch immer eine große Herausforderung für Lernende wie Lehrende dar. Objektiv bewertbarer Kriterien angeblich komplett beraubt, steht in vielen Köpfen leider der Satz „kann man nicht (mit klassischen Methoden) lehren“ als oberstes Maxim. Unbestreitbar und anerkannt ist jedoch der herausragende Wert improvisatorischen Handelns und Lernens nicht nur für die künstlerische Ausbildung jeder Disziplin und jeder Stilistik, sondern auch für die Förderung individueller Persönlichkeit und Kreativität.
Dieser Widerspruch, unterfüttert durch fehlende inhaltlich und didaktisch praxisorientierte Lehrformate, stellt eine große Herausforderung dar; ist es doch an den Vermittlern von künstlerischer Praxis, sich diese Welt zu erschließen und in die Lehre zu überführen.
Improvisation lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die richtige Handlung zur richtigen Zeit. Keine leichte Aufgabe. Weder in der Situation noch in der Reflektion verändert sich das Bewertungsparameter „richtig“ mit jedem Mal. Denn was uns in Noten-, Text- oder Spielanweisung „komponiert“ zur Interpretation gegeben wird, entwickelt sich im Arbeitsprozess zu etwas, welches im Sinne dieser gewünschten Art der Ausführung „richtig“ ist. In der Improvisation, welche die gleichen Ansprüche an professionelle Ausführung und Ergebnis stellt, ist „richtig“ jedes mal anders.
Zahlreiche in Sekundenbruchteilen gefällte Entscheidungen gepaart mit der „ständigen Wahrnehmung des Ganzen“ um in jeder Situation das Richtige zu tun, ist die eigentliche Herausforderung für Ausführende wie Lehrende.
12:15-12:17 | PERFORMANCE stick |
12:30-13:15 | VORTRAG 3 | Deborah Hay & Scott deLahunta |
Deborah Hay und Scott deLahunta - A Conversation on Publishing Choreographic Ideas
Renowned choreographer Deborah Hay is collaborating on the first score creation with Motion Bank a project of The Forsythe Company. In dialogue with the project leader Scott deLahunta, Deborah will reflect on the challenges of using various media to illuminate her choreographic interests and on her close working relationship with the digital media artists working on the Motion Bank project.
14:00-16:00 | PRAXIS 2_parallele Workshops | Seminar |
S__3 | Prof. Claas Willeke, Prof. Dieter Heitkamp |
4_ WS | Ka Rustler, Prof. Ingo Reulecke |
5_ WS | Prof. Jörg Heyer, Ingrid Zur |
6_ WS | Peter Renshaw |
S_3 - Prof. Claas Willeke, Prof. Dieter Heitkamp - Improvisation vermitteln
Improvisation spielt in der künstlerischen und pädagogischen Arbeit von Dieter Heitkamp und Claas Willeke eine wichtige Rolle. Sie kommen aus verschiedenen Kunstrichtungen – von der Musik und vom Tanz. Zwei spartenübergreifend Denkende und interdisziplinär Handelnde; Grenzüberschreiter, die noch weitere Gemeinsamkeiten haben. Beide unterrichten an Hochschulen für Musik und Darstellende Kunst – in Frankfurt am Main und in Saarbrücken – und befassen sich u. a. mit der Entwicklung von Vermittlungskonzepten für Improvisation. Beweggrund genug sich zu treffen und gemeinsam ein Vermittlungskonzept in ihrem Seminar Improvisation vermitteln zu erproben. Dieses ist zwischen Vortrag, Workshop, Gespräch, Lecture und Performance angesiedelt. Ein Experiment, in 120 Minuten den Teilnehmern verschiedene Ansätze vorzustellen und Erfahrungen zu ermöglichen, Fragen aufzuwerfen und Diskussionen anzustoßen.
4_WS - Ka Rustler, Prof. Ingo Reulecke - Human Resources - Body-Mind Centering
Human Resources beginnt bei dem/der forschenden Künstler/-in und seinem /ihrem Medium, dem eigenen Körper und der individuellen, schöpferischen Gestaltungsqualität. Dafür werden die in jedem Menschen inne wohnenden Ressourcen genutzt: Die eigenen Körpersysteme als Potential.
Inspiriert durch Methoden des Body-Mind Centering® mit seinen einzeln und vernetzt betrachteten Körpersystemen, hinterfragen wir unser eigenes Körperverständnis und diesem zugrunde liegenden Wertesystem. Die bewusste Erfahrung unterschiedlicher Körpersysteme eröffnet neue Perspektiven und Wahlmöglichkeiten im improvisatorischen Prozess. In jedem dieser Systeme verändert sich die physische Qualität und der mind. Was mind im Sinne von Geist, Gedanken und Bewusstsein mit Improvisation zu tun hat werden wir sinnlich und kognitiv erforschen.
Über die Außenhülle der Haut werden wir über Imagination und Embodiment in die unterschiedlichen Schichten des Außens und Innens eintauchen und mit Raum verbinden. In dieser Hinsicht können wir durch partielle Neubezüge des Körpers zum Raum andere/neue Körperrealitäten er/finden.
Innerhalb dieser Bewegungs- und Körperlandschaft erfahren wir auch mögliche Veränderungen der Körperbilder und können über die Improvisation einen Katalog von uns vertrauten wie erweiterten und neuen Körperbildern entwickeln und transformieren. Verändert sich das sinnliche Erfahren, die kognitive Reflexion, die Verortung in Raum und Zeit von dem bisherigen Wahrnehmen und Erleben?
5_WS - Prof. Jörg Heyer, Ingrid Zur - Dispositionstraining
Diese Information ist in Kürze verfügbar.
6_WS - Peter Renshaw - Key Issues - The metaphor of conversation: improvisation, ensemble and values
Diese Information ist in Kürze verfügbar.
16:30-18:30 | PRAXIS 3_parallele WORKSHOPS | SEMINARE |
S__4 | Steve Valk |
| S__5 | Prof. Yurgen Schoora |
7_ WS | Prof. Nadia Kevan & Ron Murdock |
8_ WS | Thomas Lange |
S__4 - Steve Valk - Negative Knowledge: Is Dance the Artform of the 21st Century?
"For the invention of radically new values to occur, it is first absolutely necessary to achieve the void of values“
Caroline Heinrich – In Search of the Child´s Innocence: A lecture on the philosopher Jean Baudrillard (2008)
When we look at our present situation as a species, it is clear that the seething surface of our revolving planet is the dance that now most urgently concerns us. The effects our human actions are having on the interweaving patterns of that dance are of the most vital importance. We are faced with learning to overcome what Einstein referred to as “the optical delusion of our consciousness,” whereby we experience ourselves “as something separate from the rest,” disconnected from nature and the primacy of our own bodily experience.
Having moved beyond the architecture of its stationary historical universe, dramaturge Steve Valk introduces the emerging field of "Social Choreography" as a real-world project of transformative aesthetic practice. In this lecture, Valk outlines a vision of dance, no longer understood as an artform, but as a constituting principle, a mode of "being" in the world, as a "technology of the self" at the edges of modern consciousness.
S__5 - Prof. Yurgen Schoora - Eine Geschichtskarte: Zusammenhänge zwischen Körper, Kunst und Wissenschaft
Alle Emotionen finden im Körper eine Grundlage für die Anwesenheit auf der Bühne. Über Übungen mit dem Körper lassen sie sich 'holen'. Neue Nuancen werden entdeckt. Die Übungen gehen weit über das pantomimische 'tun als ob' hinaus, dass eher 'ahnen' lässt, was wohl alles im Körper stecken mag. Grundgegebenheiten sind Raum, Dynamik, Schwerkraft, Konzentration, Atmung, Imagination. Für die Präsenz und das lebendige Spiel selbst, ist das innere 'spiegeln' von Bildern unerlässlich. Aus der spezifischen Mischung der Ansätze, je nachdem wie das 'Carousel der Perspektiven' gedreht wird, entsteht eine neue praktische 'Brücke' oder auch interdisziplinäre 'Scharniere'. Diese lassen sich durch die Übungen systematisch vertiefen und bilden die Grundlage des Physiodrama-Trainings. Je nach Ansatz können Menschen aus verschiedenen Bereichen davon reichlich profitieren: Schauspieler, Musiker, Tänzer, Sänger,…
In diesem Workshop können sowohl Anfänger als auch Erfahrene neue Verbindungen erfahren.
7_ WS - Prof. Nadia Kevan und Ron Murdock - Alexandertechnik und die Kunst der Improvisation
Für diesen Workshop sind keine Anmeldungen mehr möglich!
Die Kunst zu improvisieren braucht Selbstvertrauen, Freiheit und Spielfreude.
Wenn ein Musiker zu viel "denkt" unterbindet er seine eigene Fähigkeit dem Fluss körperlicher, musikalischer Impulse zu folgen. Er muss ohne Druck und Verspannung sehr gegenwärtig sein gleichzeitig viel wahrnehmen und auf seine subjektive Erfahrung kreativ reagieren können; sich nicht stören sondern von Moment zu Moment inspirieren lassen. Diese Art von Präsenz, entspannter Wachsamkeit und spielerischer Freiheit kann entstehen, wenn wir uns bewusst vorbereiten und auf unsere innere Kreativität vertrauen. Die Alexander Technik und der bewusste Umgang mit Zeit, Raum, Körper, Atem, Stimme, Denken und Gefühl hilft einem Musiker seine Ängste zu beruhigen, seine psychophysiche Koordination zu entdecken, seinen Mut und seine Kraft zu stärken.
Diese Methode, die wir mit Begeisterung unterrichten, zeigt wie natürlich der Zugang zu Atem, Stimme und Bewegung sein kann.
Wir freuen uns auf Euch, auf Eurer Interesse und Eure Fragen.
8_ WS - Thomas Lange - Resonanzlehre Improvisation
Eine Komposition zu spielen bedeutet im Muskel- bzw. Bewegungsdiktat des jeweiligen Komponisten zu spielen. Improvisieren bedeutet in meinem eigenen Muskel- bzw. Bewegungsdiktat musikalisch zu agieren. Resonanzlehre Improvisation umfasst sowohl das Erlernen eines mühelosen und effektiven Körpergebrauchs beim Instrumentalspiel oder Singen als auch die Ermöglichung eines einfachen Zugangs zum Thema Improvisation. Wie musikalisches Improvisieren die Aufführung von notierter Musik befreien kann, ist ein Hauptthema dieses Workshops. Dabei wird vor allem Wert auf eine organische Selbstorganisation mit dem Instrument oder der Stimme gelegt. Alle störenden und hemmenden Faktoren in der musikalischen Bewegung dürfen verschwinden um unmittelbaren und spontanen musikalischen Ausdruck zu ermöglichen. Die ersten zwei Drittel des Workshops widmen sich der Improvisation, das letzte Drittel dem Transfer in die notierte Musik. Grundlagen der Resonanzlehre wie regenerativer Gebrauch des Körpers, multidimensional offene Balance, freies Aufschwingen des Körpers, Schallwellen gerechte Bewegung, Raumrundumwahrnehmung und resonanzreicher Klang werden mittels Wahrnehmungs- und Körperübungen den gesamten Workshop begleiten.
Bitte bequeme Kleidung, Instrumente und Musikstücke mitbringen.
20:00-21:30 | PERFORMANCE | KONZERTPROGRAMM |
10:00-11:00 | msbl/kit am morgen | Gundula Baun |
Gundula Baun - Yoga
Yoga als Jahrtausende alte, ganzheitliche Übungspraxis schafft die Verbindung von körperlicher und mentaler Ebene des Menschen. Das bewusste Wahrnehmen und intensive Spüren des Körpers in den Yogaübungen, den sogenannten Asanas, vertieft das Körperbewusstsein und bringt spürbar Leichtigkeit in die alltäglichen Bewegungen. In diesem Kurs erwartet die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Übungsprogramm, das neben Dehnung und Kräftigung von Muskulatur auch Atemübungen und Entspannungsphasen beinhaltet. Schon bald wird ein intensiveres Körpergefühl spürbar – die Voraussetzung für einen entspannten und gleichzeitig kraftvollen, energiereichen Start in den Tag.
11:30-12:15 | VORTRAG 4 | Günter Jeschonneck |
Günter Jeschonneck - Report Darstellende Künste
Günter Jeschonnek präsentiert die Kernergebnisse des komplexen Reports Darstellende Künste zur wirtschaftlichen, sozialen und arbeitsrechtlichen Lage der Theater- und Tanzschaffenden in Deutschland - im Kontext zu internationalen Entwicklungen. Es handelt es sich um die bisher umfangreichste Untersuchung der Kunstsparte »Darstellende Künste», die in Deutschland oder vergleichbaren europäischen Ländern durchgeführt wurde.
Bundesweit beteiligten sich 4400 Theater- und Tanzschaffende aller Sparten an der Fragebogenaktion und 175 qualitativen Interviews. Im Buch werden neben den empirischen Ergebnissen alle vorhandenen Kultur- und Kreativwirtschaftsberichte der Bundesländer und Kommunen sowie die Auswertung amtlicher Statistiken unter dem Aspekt berufsspezifischer Risiken auf den Arbeitsmärkten der darstellenden Künste diskutiert.
Die aktuelle umfassende Untersuchung unternehmerischer Kulturförderung in Deutschland durch den Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI komplettiert die Studien des Reports.
Renommierte internationale und nationale Autoren hinterfragen die gesellschaftliche Wertschätzung der Künstler und setzen sich mit den fragilen sowie prekären Arbeits- und Lebensbedingungen auseinander, die wie ein Seismograph gesamtgesellschaftliche Entwicklungen vorwegnehmen.
12:15-12:30 | Performance |
12:30-13:15 | Vortrag 5 | Prof. Kristin Westphal |
Prof. Dr. Kristin Westphal - Improvisieren - Vom Finden und Erfinden im Spiel mit Ordnungen
Das Improvisieren als ein künstlerisches Verfahren spielt seit jeher eine zentrale Rolle, insbesondere für die Probenarbeit in den Künsten. Die Diskussion um das Verhältnis von Improvisation und Vorgabe eines Textes bzw. eines Werkes, zwischen dem Entwurf im Moment und der Wiedergabe von etwas Fixiertem, zwischen einer bestehenden Ordnung und dem Spiel an und mit den Grenzen solcher Ordnungen, zieht sich durch die gesamte Geschichte von Theater, Musik und Tanz noch einmal in besonderer Weise.
Die Frage danach, wie aus „Unvorhersehbaren etwas Vorsehbares“ wird, ist dabei nicht nur eine Frage im Spiel von technisch-künstlerischen Fertigkeiten. Sie gibt auch Antworten auf bestehende Werte, Normierungen und Ordnungen und wie diese im Prozess von der Probenarbeit bis zur Aufführung im Spannungsfeld zwischen Offenheit und Fixiertheit, Finden und Erfinden nicht nur reproduziert sondern auch rekonstruiert und überschritten werden.
14:15-16:15 | PPAXIS 4_parallele WORKSHOPS | SEMINAR |
S__6 | Dr. Ulas Aktas, Henrik Göhle, Stefan Hölscher, |
9_ WS | Klaus Gratza |
10_WS | Alexandra Türk-Espitalier |
11_WS | Katharine Sehnert |
S_6 - Dr. Ulas Aktas, Henrik Göhle, Stefan Hölscher - Was kann ein Experiment in der Kunst heute sein?
"Feste Begrifflichkeiten und Vorstellungen in denen Gesellschaft, Mensch, Kultur, Körper, Arbeit, Kunst, etc. eindeutigen Ordnungen unterworfen waren, gehören weitgehend der Vergangenheit an".
Dieser Feststellung muss gleich in doppelter Weise nachgegangen werden. Zum einen bestehen die Ordnungen selbst nicht mehr in festgelegten Formen. Sie befinden sich heute in fluiden und komplexen Prozessen. Zum anderen ist mit dieser Verschiebung die Herausforderung verbunden, Gesellschaft, Mensch, Kultur, Körper, Arbeit, Kunst, etc. "nicht mehr als Werk, sondern vor allem als Geschehen zu begreifen und damit als Aufforderung zu eigenem Entwerfen, Experimentieren und Gestalten" (Kristin Westphal).
Improvisation als Methode künstlerischer Gestaltung ist deswegen nicht nur ein Begriff, der sich auf das Werk bezieht sondern mit ihm verknüpft sich ebenfalls ein "Registerwechsel von Struktur und Orientierung" (Bernd Ternes), der seinerseits nach den Gestaltungsmöglichkeiten von Kunst, Gesellschaft und Kultur fragt.
Zum offenen Horizont der Beziehung von 'Improvisation' und 'Gesellschaft' sollen im Seminar verschiedene Ansätze vorgestellt und gemeinsam bedacht werden.
9_WS - Klaus Gratza - Der innere Weg (der Kampfkünste)
Kampfsport (der äußere Weg) - Effektive Technik, Schnelligkeit, Gewinnen
Kampfkunst (der innere Weg) - Einheit von Körper, Geist und Seele. Schönheit der Bewegung. Das Eine fließt in das Andere über.
Die Kampfkünste sind ein uralter Weg Körper, Geist und Seele in ihrer Ursprünglichkeit und Klarheit zu begegnen. Und das Zusammenspiel der Drei zu ermöglichen.
Das Seminar bringt die Grundprinzipien der Kampfkünste nahe. Meditation in der Bewegung (T’ai Chi Ch’uan) und Bewegung in der Meditation. Der „Kampf“ wird hier ein Übungsfeld um sich selbst, dem gegenüber, der Situation zu begegnen. Kein Wort, keine Diskussion, keine Argumente, nur das was jetzt gerade ist. Nur Bewegung die ineinander fließt, harmonisch, im Einklang. Solange, bis sich der „Kampf“ auflöst und es keine zwei Kämpfer mehr gibt sondern nur noch eine Begegnung, ein Kennen lernen. Dinge wie Stock und Schwert werden benutzt um diese Kunst zu vervollkommnen.
Wenn die Bewegungen im Einklang sind, dann kehrt Ruhe und Stille ein. Egal ob im Kampf, Tanz oder Alltag.
Spür die Energie
Sei wie das Wasser, sagt Bruce Lee.
(Songtext/Bruce Lee/I.Pohlmann)
10_ WS - Alexandra Türk-Espitalier - Pysioprophylaxe. Übungen für ein besseres Körpergefühl am Instrument
Ein freies Spiel mit variablen Klangfarben und spannungsreicher Phrasierung ist ein Wunsch jeden Musikers. Klingt es am Instrument jedoch nicht so, wie man es sich vorstellt, kann eine Ursache dafür ein Missverhältnis zwischen Anspannung und Entspannung sein. Eine erhöhte Körperspannung zum Beispiel muss gar nicht mit Schmerz einhergehen, macht es aber eventuell schwieriger, ein gewünschtes musikalisches Ziel zu erreichen. Besteht die Übemethode dann aus reinem Wiederholen der betroffenen Stelle, kann schnell ein Teufelskreis aus negativem Erleben und Verspannung eintreten.
In diesem Fall ist es hilfreich, passende Übungen als Werkzeug zur Hand zu haben mit dem man diesen Kreislauf durchbrechen und günstigere Ausgangsverhältnisse wiederherstellen kann. Die Übungen zur Verbesserung der Körperwahrnehmung und Koordination werden zuerst ohne und später mit dem Instrument durchgeführt. Die Integration der Übungen ins Spielen und tägliche Üben ist ein wesentlicher Bestandteil des Kurses.
Der Workshop findet als offener Einzelunterricht statt. Aktive Teilnehmer werden daher gebeten, sich für den Kurs anzumelden und ihr Instrument und Noten mitzubringen. Für die passiven Teilnehmer ist Zeit einkalkuliert, um Fragen zum Unterricht oder theoretischen Hintergrund zu beantworten.
11_ WS - Katharine Sehnert - Struktur und Offenheit in der Improvisation - Improvisation als Sensibilisierung
Unser Standpunkt, den wir einnehmen, wenn wir nicht auf eine bestimmte Situation reagieren, ist geprägt durch die Annäherung und Angleichung an ein äußeres Vorbild, einer ästhetischen Vorstellung bzw. „Idee“, wie etwas auszu-sehen hat, „richtig“ ist. Folgt man diesem Bild von etwas wird die innere Erlebnisfähigkeit limitiert sein. So könnte man alle Tanz-Stile oder Methoden als Stile der Einschränkung betrachten. In diesem Workshop versuchen wir uns einer Technik anzunähern, die Anzahl der Bewegungs-Muster in unserem Körper zu minimieren – auf Null. D.h. sich öffnen, alles vergessen was man gelernt hat, alles aufgeben was vorher war, alles akzeptieren und abwarten bis sich etwas Neues entwickelt. Mit allen Risiken! Der Schwerpunkt liegt nicht im „Tun“ sondern in der individuellen Wahrnehmung und deren Differenzierung. Der Weg geht nach innen, um für das Außen offen zu werden, d. h. flexibel bleiben und bereit sein zur „Tabula rasa“ zu werden - ohne die Wachsamkeit für alles was uns umgibt zu verlieren. In diesem Spannungsfeld von Subjekt und Einwirkung äußerer Kräfte bildet sich unsere „innere Landschaft“. Tanz könnte man auch dahingehend definieren, ein Mittel zu sein, diese „innere Landschaft“ zu verkörpern.
Lassen wir uns auf das Abenteuer ein, ein Fluss zu sein!
Tanzen ist wie Wasser. Beides hat Substanz , beides ist flüssig. Es gebraucht beide Qualitäten, bringt sie zusammen und versteht, dass beide geschieden und zusammen zur gleichen Zeit sind. Auf diese Weise ist ein Neues immer möglich (M.Cunningham)
Ein Kontinuum - die Welle, der Achterschwung - eine Bewegung der Unendlichkeit, eine sich in die Unendlichkeit fortpflanzende Bewegung.
16:30-17:30 | Feedbackrunde | ABSCHLUSS |