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Projekte & Forschung > Musikal. Selbstkonzept

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 Download der Präsentation auf der 7th Triennial Conference of European Society for the Cognitive Sciences of Music (ESCOM), 12-16. August 2009, Jyväskylä, Finnland

 

Im neuen Jahr: Musikalische Selbsteinschätzung

Das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Maria Spychiger und ihrem Forschungsteam zur Entwicklung eines Messinstruments für das musikalische Selbstkonzept geht mit dem Start des neuen Jahres auch in eine neue Runde. In dieser Studie geht es um die Selbsteinschätzung im musikalischen Bereich. Dabei werden Fragen nach den musikalischen Fähigkeiten, dem emotionalen Erleben von Musik, der sozialen Bedeutung und den Ausdrucksformen gestellt.
Ende 2009 wurde bereits eine erste Befragung durchgeführt. Durch die empirische Auswertung konnte das Team einen neuen Fragebogen ausarbeiten, der nun online in 15 Minuten beantwortbar ist.

Dafür suchen wir Personen ab 30 Jahren und besonders ab 66 Jahren, die einen hörenden Zugang zur Musik haben, selbst Musik machen oder auch einen Beruf im Bezug auf Musik ausüb(t)en, wie zum Beispiel Instrumentenbau oder Tontechnik.
Sie würden uns mit ihrer Teilnahme im Vorankommen unseres Forschungsprojekts sehr helfen!

Wir freuen uns und wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich an dieser Befragung beteiligten. Senden Sie bitte eine eMail an das Forschungsteam, woraufhin Sie per eMail ihre Zugangsmöglichkeit zum Online-Fragebogen erhalten.

Vielen Dank!

Das Forschungsteam
Prof. Dr. Maria Spychiger, Dr. Franziska Olbertz, Lucia Gruber, Philipp Senft



«Das Musikalische Selbstkonzept»

Das Selbstkonzept ist die Auffassung einer Person über sich selbst. Es enthält die Antworten auf die Fragen «Wer bin ich?» und «Was kann ich?». Beides kann man entweder ganz allgemein beantworten oder auf einen bestimmten Lebensbereich oder eine Domäne beziehen (Harter 1999). In jedem Fall bilden die Antworten ein komplexes und schlüssiges Gesamtbild, ein Konzept eben, das die subjektiven Erkenntnisse einer Person über sich selbst zusammenbringt.

Bisher wurde das musikalische Selbstkonzept in erster Linie als Fähigkeitskonzept aufgefasst (z.B. Harnischmacher 1994, Hemming 2002). In unserem Projekt spielt hingegen die Multidimensionalität des musikalischen Selbstkonzepts eine zentrale Rolle. Das heißt, dass es nicht nur ein Konzept über die eigenen, stark oder schwach ausgeprägten musikalischen Fähigkeiten gibt, sondern auch Vorstellungen darüber, ob man Musik eher emotional oder kognitiv aufnimmt, wie man körperlich auf Musik reagiert und in welchem Umfang man selbst über Musik soziale oder auch spirituelle Erfahrungen machen kann. Diese Überzeugungen dürften unsere Aktivitäten und die musikalische Entwicklung mindestens genauso stark beeinflussen wie das Fähigkeitskonzept.

Das musikalische Selbstkonzept umfasst also all das, was wir in Bezug auf Musik erleben, denkend verarbeiten und als Selbstrepräsentationen in diesem Lebensbereich aufbauen. Dazu gehören z.B. Ansichten darüber, wie Musik auf uns selbst wirkt, was wir mit Musik erreichen können, was für Musik wir mögen und ob wir musikalisch talentiert sind oder nicht. Diese Ansichten beeinflussen wiederum unser Verhalten und führen dazu, dass wir uns mehr oder weniger mit der einen oder anderen Musikrichtung beschäftigen, oder dass wir selbst Musik machen oder lieber nicht. So kommt dem musikalischen Selbstkonzept eine starke biographische Gestaltungsfunktion zu. Wenn ich z.B. davon überzeugt bin, dass es für mich zu spät ist, ein Instrument zu erlernen, dann stelle ich mich dieser Herausforderung gar nicht erst und werde folglich, wie erwartet, auch keine Fähigkeiten mehr an einem Instrument erwerben («self fulfilling prophecy»).

Um dieser Vielschichtigkeit auf den Grund zu gehen, haben wir 60 Personen zu ihren musikalischen Selbstkonzepten interviewt. Die Befragten waren unterschiedlich alt und unterschiedlich musikalisch aktiv (vom Musikhören bis zum professionellen Musikmachen). Anhand des umfangreichen Interviewmaterials haben wir unsere theoretischen Vorüberlegungen erweitert und arbeiten nun an einem Modell, dass die Multidimensionalität des musikalischen Selbstkonzepts abbilden kann. Die Interviews waren auch Grundlage für die Formulierung von Items für einen Fragebogen. Die Befragungsdaten sollen mit einer Faktorenanalyse ausgewertet werden. Aus den Ergebnissen werden wir nach und nach kürzere Formen des Fragebogens entwickeln. Am Ende soll ein Inventar stehen, das das musikalische Selbstkonzept vielschichtig und trotzdem schnell und standardisiert erfasst. In künftigen Forschungen kann dann das musikalische Selbstkonzept systematisch und differenziert mit anderen Größen, wie Alter, Generationszugehörigkeit, Bildung, sozioökonomischer Status, Lebensstil etc. in Zusammenhang gebracht werden. Des weiteren soll das Messinstrument auch pädagogisch verwendet werden können.

 

Projektteam

Finanzierung

Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF Beitrag Nr. 100013-116208) (voller Titel des Projekts: Das musikalische Selbstkonzept. Konzeption des Konstrukts als mehrdimensionale Domäne und Entwicklung eines Messverfahrens. (http://www.projectdb.snf.ch/WebForms/Frameset.aspx)

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