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Gründungszeit und Neuausrichtung: 1878 bis 1927

[Dr. Joseph Hoch]
[Joachim Raff]
[Clara Schumann]
[Engelbert Humperdinck]
[Paul Hindemith]
[Bernhard Sekles]
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Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main ist aus dem 1878 eröffneten «Hoch’schen Konservatorium» hervorgegangen, einer Stiftung des Frankfurter Bürgers Dr. Joseph Hoch. Dem Gründungsdirektor Joachim Raff und seinen Nachfolgern gelang es, Künstlerpersönlichkeiten von internationalem Rang als Lehrer an das Haus zu holen, u.a. die Pianistin Clara Schumann, Engelbert Humperdinck oder den Cellisten Hugo Becker.

In der Epoche bis zum ersten Weltkrieg studierten angehende Musiker aus aller Welt in Frankfurt, unter ihnen spätere Berühmtheiten wie Edward McDowell, Percy Grainger, Ernst Toch, Otto Klemperer, Hans Rosbaud und Paul Hindemith. Nach 1918 machte das Konservatorium durch eine moderne inhaltliche Neuausrichtung auf sich aufmerksam, für die sich der seit 1923 amtierende Direktor Bernhard Sekles einsetzte:  u.a. die Einrichtung einer Opernschule, Kurse zur musikalischen Früherziehung und Erwachsenenbildung sowie die Eröffnung der ersten deutschen Jazz-Klasse im Jahr 1927.

Nationalsozialismus und Zerstörung: 1933 bis 1943

[Ruine der Hochschule]
[nach den Luftangriffen]
[Luftbild der Frankfurter Innenstadt 1944]
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Die nationalsozialistische Machtergreifung führte zur Entlassung sämtlicher jüdischen Lehrer. Negative Auswirkungen auf die Qualität der Ausbildung waren unvermeidlich und wurden bewusst in Kauf genommen; es dauerte Jahre, bis sich das Konservatorium einigermaßen von diesem Aderlass erholt hatte.


1938 wurde schließlich die Gründung einer Staatlichen Musikhochschule durch Abspaltung einiger Ausbildungsgänge des Konservatoriums veranlasst. Dadurch entstanden zwei getrennte Institutionen: «Hochschule» und «Musikschule». Beide führten jedoch weiterhin den traditionellen Namen «Dr. Hoch’s Konservatorium».

Nach Kriegsbeginn 1939 konnte der Lehrbetrieb zunächst relativ geordnet fortgeführt werden, bis im Oktober 1943 die Unterrichtsgebäude durch schwere alliierte Bombenangriffe in Schutt und Asche gelegt wurden.

Wiederaufbau: 1947 bis 1975

[Helmut Walcha]
[Walther Davisson]
[Philipp Mohler]
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Auf Initiative des Organisten Helmut Walcha, wurde im Herbst 1947 an der Hochschule zunächst deren Kirchenmusikabteilung wiedereröffnet, bald darauf die Schulmusikabteilung und im Frühjahr 1949 das Privatmusiklehrerseminar. Die schrittweise Wiederaufnahme der künstlerischen Instrumental- und Gesangsausbildung begann im Sommer 1950, nachdem der Geiger Walther Davisson die Leitung des Hauses übernommen hatte.

Im Jahr 1956 bezog der Hessische Rundfunk ein neues Gebäude und überließ der Hochschule sein 1930 errichtetes Funkhaus an der Eschersheimer Landstrasse, in dem auch heute noch unterrichtet wird.

Die bereits 1954 eingerichtete Opernschule wurde 1960 um eine Schauspielschule und 1961 eine Tanzklasse erweitert. In den 60er Jahren gründete man das «Studio für Neue Musik», für dessen öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen Persönlichkeiten wie Theodor W. Adorno, György Ligeti und Luigi Dallapiccola gewonnen werden konnten und als dessen Pendant ein «Studio für Alte Musik» ins Leben gerufen wurde.

Rektor in dieser Zeit war Philipp Mohler, der während seiner 17jährigen Amtszeit prominente Musiker wie Branka Musulin, Jiři Stárek, Edgar Krapp, Gerhard Mantel, Leonard Hokanson und Helmuth Rilling für die Hochschule verpflichtete.

...und Erweiterung: 1975 bis 1995

[Leonard Hokanson]
[Helmuth Rilling]
[Tabea Zimmermann]
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Mohlers Nachfolger Hans-Dieter Resch, Rektor von 1975 bis 1995, vollendete den Ausbau des Fächerkanons durch erneute Etablierung der Jazz- und Popularmusik sowie der Musikwissenschaft an der Hochschule.

Darüber hinaus gewann er namhafte Künstler wie Edith Peinemann, Hartmut Höll, Charles Spencer, Hans Zender, Bernhard Kontarsky, Raymund Havenith, Karl Berger, Isabel Mundry und Tabea Zimmermann für das Haus.

Bis heute: Eines der führenden Ausbildungsinstitute

[Gabriele Schnaut]
[Ruth Ziesak]
[Christhoph Prégardien]
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Die Liste der Hochschulabsolventen aus den letzten vier Jahrzehnten reicht von Werner Hoppstock, Aldo Baldin, Hans Drewanz und Rolf Riehm über Udo Samel, Michael Ponti, Maria Kliegel, Hans Jürgen von Bose, Wolfgang Schmidt, Robert Schunk und die Schwestern Pekinel bis hin zu Ruth Ziesak, Christoph Prégardien, Gabriele Schnaut und Christian Elsner und dokumentiert den Wiederaufstieg der Hochschule zu einem der führenden Ausbildungsinstitute ihrer Art.

Seit einigen Jahren befindet sich die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main in einem umfassenden Reformprozess mit dem Ziel, sich zu einer international ausstrahlenden Hochschule zu entwickeln.

In Zukunft: Eine international ausstrahlende Hochschule

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Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg dorthin war die Entwicklung neuer Studiengänge: «Theater- und Orchestermanagement» (2005), «Internationale Ensemble Modern Akademie – Masterstudiengang der HfMDK» in Kooperation mit dem Ensemble Modern (2006), Zeitgenössische Tanzpädagogik (2007) und Choreographie und Performance (2008) in Kooperation mit Tanzlabor_21/Tanzplan Frankfurt/Main im Rahmen von Tanzplan Deutschland – einem Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, «Kronberg Academy Master» (2007) in Koorperation mit der Kronberg Academy.

Seit 2002 profitieren die Ausbildungsgänge für Darstellende Kunst von der «Hessischen Theaterakademie» (HTA) mit Sitz an der Hochschule; in ihr sind acht Theater und Opernhäuser sowie alle theaterausbildenden Studiengänge der hessischen Hochschulen zusammen geschlossen.
 


2007 konstituierte sich die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Damit gibt es ein neues Forum für Bürger und Unternehmen, die die Ausbildung und künstlerische Entwicklung der Studierenden an Hessens einziger Hochschule für Musik, Tanz und Theater fördern möchten.