
Dr. Julia Cloot
Zimmer B 002
T. 069.154.007-129
F. 069.154.007-140
Julia.Cloot(at)hfmdk-frankfurt.de
Drei maskierte Instrumentalisten, tiefblaues Licht und dazu ozeanische Klänge: Der Gesang der Buckelwale hat George Crumb zu seinem 1971 komponierten Trio „Vox Balaenae“ inspiriert. Der Komponist unternimmt darin eine Reise durch die Erdgeschichte, die Sätze des Stücks sind nach geologischen Zeitaltern benannt. George Crumbs Walgesang ist nur eins der Werke, die im Rahmen der gemeinsam vom Senckenberg Naturmuseum und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst veranstalteten Reihe „Bestiarium“ erklingen.
Tiere bevölkern die Musikgeschichte seit ihren Anfängen, mit ihren vielfältigen Stimmen waren sie als musikalisches Vorbild bei den Komponisten äußerst beliebt. Der Vogelgesang als Inspirationsquelle für hochvirtuose Gesangskoloraturen ist nur ein Beispiel dafür. Von allen Lauten der Natur sind die Tierlaute die musikalischsten und gleichzeitig die sprachähnlichsten; die Tiere haben viele Eigenschaften mit den Menschen gemeinsam, unterscheiden sich aber in mindestens ebenso vielen Aspekten von ihnen.
In der Musik reicht das Spektrum vom Katzenmiauen bei Gioacchino Rossini bis zur parodistischen Seegurke bei Eric Satie, von den Geräuschen des Regenwalds bei Toru Takemitsu bis zum Einsatz von Birkhuhn-Lockpfeifen bei Robin Hoffmann. Olivier Messiaen ist der einzige Komponist, der Vogelstimmen exotischer Vögel nach Originalaufnahmen transkribiert und für Klavier notiert hat. Mauricio Kagels „Bestiarium“ gab der Reihe den Titel, es ist kombiniert mit phantasievollen und originellen Stücken der jungen Komponisten-Generation. Und Carola Bauckholt, die Komponistin des Stücks für die „Schlammflocke“, ist Spezialistin für den kreativen Umgang mit Klang und Geräusch.
In die gemeinsam vom Senckenberg Naturmuseum und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst veranstaltete Reihe bringen beide Institutionen ihre besten Seiten ein: das Museum eine großartige und vielfältige Sammlung in rege frequentierten Räumlichkeiten, die Hochschule das musikalische Niveau ihrer unterschiedlichen Ausbildungsbereiche. Gleichzeitig macht sich die HfMDK damit in Bockenheim, an ihrem zukünftigen Standort, präsent.
„Bestiarium“ umfasst zehn Programme ab Januar 2012 und findet in den beiden Lichthöfen des Museums statt. Die Ausführenden sind Lehrende und Studierende der Hochschule und Gäste. Das Programm ist für Hörer/innen mit und ohne Erfahrung und für ein Publikum jeglichen Alters geeignet. Die Veranstaltungen dauern jeweils eine Stunde ohne Pause und beginnen um 19.30 Uhr. Zu jedem Konzert wird eine thematisch passende Führung angeboten, die um 18.15 beginnt. Einlass ist jeweils um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.