Barrierefrei   Seite drucken

Zur Ausbildung

Bei den Diskussionen über die Einführung von BA und MA Studiengängen beschlossen die Mitgliedsinstitutionen der Ausbildungskonferenz Tanz/ AKT (Arbeitsgemeinschaft der staatlichen Ausbildungsinstitutionen für Tänzerinnen und Tänzer in Deutschland: BA/ MA/ Diplom/ Bühnenreifeprüfung) dem Niederländischen und Belgischen Vorbild zu folgen und den Fokus auf die Profilierung der einzelnen Ausbildungsinstitutionen zu richten, um so der Vereinheitlichung der Studieninhalte entgegen zu wirken. Zur Vorbereitung eines AKT Treffens im Februar 2007 in Berlin einigten sich alle Institutionen auf die Beantwortung folgender vier Fragen:

I.    Was ist das Ausbildungsziel?

Ziel ist die Ausbildung und individuelle Förderung von kreativen, ausdrucksstarken Tänzerpersönlichkeiten, die über ein großes tanztechnisches Spektrum sowohl im klassischen als auch im zeitgenössischen Bereich verfügen und ihre Qualitäten souverän einsetzen können. Sie haben Fähigkeiten entwickelt künstlerische Arbeitsprozesse kreativ mitzugestalten und sind in der Lage über sich und die Kunstform Tanz im interdisziplinären wie im historischen und gesellschaftlichen Kontext zu reflektieren. Im Verlauf des Studiums werden die Studierenden ermutigt und unterstützt soziales und politisches Engagement zu entwickeln, sich selbstbewusst und verantwortlich in Gruppen einzubringen und Gruppenprozesse positiv mitzugestalten.

II.     Wie wird dies umgesetzt? 

Um die genannten Ziele zu realisieren wurde ein Ausbildungsmodell entwickelt, das auf sieben miteinander verbunden Säulen ruht und von einer parallelen zu einer integralen Ausbildung führt. Aspekte wie Technik, Kreativität und Performance finden sich zu unterschiedlichen Anteilen in allen Fächern und Unterrichten wieder.

(Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Begriff um weitere Informationen zu erhalten!)

Technik

Eine gute technische Basis ist eine der Grundvoraussetzungen in der professionellen Tanzausbildung und beruht auf der Verbindung von angeeigneten Körpererfahrungen und Reflektionsprozessen. Wichtig ist der kreative Umgang mit Technik, sowohl in der Vermittlung als auch in der Ausführung. Technik bietet eine Erweiterung der individuellen Bewegungsmöglichkeiten, mehr Auswahl, was und wie sich etwas ausdrücken lässt und sollte dazu beitragen, tänzerische Individualität und Ausdruckskraft zu steigern. Der Begriff Technik lässt sich heute sehr weit fassen. Eine breite Palette von Techniken und damit verbundenen Philosophien steht zur Verfügung – Klassische Technik ebenso wie Alignment und Release Techniken, Cunningham, Limón, Horton oder Graham Technik, Folklore, Jazz, Tai Chi oder auch Atemtechnik. Die verschiedenen vermittelten Techniken können und sollen sich ergänzen und beeinflussen. Dabei gilt es die Balance zu finden zwischen einem breit angelegten Überblick und fundiertem Wissen in Teilbereichen. Vermittelt werden grundlegende Techniken des

- Zeitgenössischen Tanzes: gekennzeichnet durch Release-Techniken,
  Partnerarbeit, prozessorientierte, spartenübergreifende Arbeit
- Klassischen Tanzes:  inkl. Spitzenarbeit, Variationen, Pas de deux, Floor
  Barre und neoklassische Ansätze
- Modernen Tanzes und weiterer Tanzformen: in exemplarischen
  Intensivworkshops
- Folkloretanzes aus unterschiedlichsten Ländern, einschließlich Flamenco
  und Kastagnettenspiel, der spielerischem Umgang mit Rhythmus und  
  ungewöhnlichen Taktarten, sowie eine individuelle, kreative Auseinandersetzung mit authentischem Schrittmaterial.

Die Studierenden lernen Bewegungen zu sehen, das Wahrgenommene
zu beschreiben, zu analysieren und Informationen aus einer Technik in eine andere zu übertragen. Dozentinnen und Dozenten zeigen Parallelen zwischen den verschiedenen Techniken und Stilen auf, nutzen Bilder zur Verdeutlichung und geben Raum für Explorationen. Sie begleiten die Studierenden unterstützend während des gesamten Studienverlaufs.
In Intensivworkshops mit wechselnden internationalen Gästen lernen die Studierenden sich schnell auf verschiedene Bewegungsansätze, unbekanntes Bewegungsmaterial und ungewohnte Arten der Vermittlung einzulassen.

Kreativität

Da Tänzer heute nicht nur als Interpreten gefordert sind, sondern als kreative, choreographisch denkende Mitgestalter im künstlerischen Prozess verstanden werden, liegt neben dem täglichen technischen Tanztraining ein weiterer Schwerpunkt auf der Entwicklung von Kreativität und Spontaneität. Dazu werden Seminare angeboten in Improvisation, Contact Improvisation, Digital Tools und Komposition sowie Intensivworkshops im Rahmen der spartenübergreifenden Workshopreihe Körper im Theater / KIT in Action Theatre, Physical Cinema und weiteren körperlichen Darstellungsformen und Bewegungstechniken. Die Kreativität wird auch durch die Anwendung verschiedenster Ansätze gefördert wie
– das Erspüren des Körpers und seiner unterschiedlichen Systeme und den damit verbundenen Bewegungsqualitäten
Authentic Movement und Experiential Anatomy
– das Aufzeigen und Hinterfragen verschiedener Körperbilder und den damit verbundenen gesellschaftlichen Zusammenhängen
– das eigenständige Entwickeln von Bewegungsmaterial
– Übertragungsprozesse des entwickelten Materials in andere Bereiche verbal oder visuell in Zeichnungen oder per Video

Dies geschieht in Soloexplorationen und durch gemeinsam zu lösende Partner- und Gruppenaufgaben. In den wöchentlich stattfindenden Video-Tanz Seminaren wird das herkömmliche Verständnis von Tanz hinterfragt und spartenübergreifendes, transdisziplinäres Denken gefördert indem Verbindungen zu anderen Kunstsparten wie Musik, Bildende Kunst und Architektur hergestellt werden. Eine Einführung in Kreatives Schreiben unterstützt das verbalisieren gemachter Erfahrungen. Im Kurs Vocal Composition for Dancers werden die Einsatzmöglichkeiten der Stimme in künstlerischen Prozessen erforscht. Weitere Erfahrungen können in interdisziplinär angelegten Intensivworkshops der Reihe Musikspezifische Bewegungslehre/ MSBL gesammelt werden. Die verschiedenen Kurse in Improvisation und Komposition sollen im späteren Verlauf des Studiums zu einer immer persönlicheren Tanzsprache der Studierenden führen.

Körperbewusstheit

Fundiertes Körperwissen und eine geschärfte Wahrnehmung unterstützen die Bildung einer soliden Grundlage im Tanzstudium und sind auch bei Bewegungs-recherchen und der täglichen Tanzpraxis von großem Nutzen. Um ein besseres Verständnis der anatomischen Verbindungen und einen effizienteren Gebrauch der verschiedenen Körpersysteme wie Muskeln, Knochen, Flüssigkeiten, etc. zu erreichen, werden technische Aspekte mit Ansätzen aus Körperbewusstheits-methoden wie z. B. Feldenkrais, Alexander Technik und Body-Mind Centering verbunden. Durch Schulung der Wahrnehmung wird eine größere Bewusstheit und Effizienz in der Bewegung angestrebt. Bewegungsanalysen ermöglichen das Erkennen von Bewegungsmustern, erleichtern deren Neustrukturierung und können die Verletzungsgefahr verringern oder Verletzungen vorbeugen. Studierende erhalten Einführungen in Pilates Technik und Gyrokinesis. Feldenkrais wird regelmäßig als Gruppenunterricht angeboten. Zusätzlich können Einzeltermine vereinbart werden. Die Studierenden lernen sorgfältig mit ihrem Körper umzugehen, mehr auf dessen Signale zu hören, ihn zu stabilisieren und zu kräftigen, auf Verletzungen zu achten und diese auszukurieren, um lange optimal tanzen zu können. Seit November 2004 werden an der HfMDK Frankfurt jährlich zwei spartenübergreifende Workshopreihen angeboten, MSBL (Musikspezifische Bewegungslehre) und KIT (Körper im Theater). In Blockseminaren erhalten Studierende Einblicke in Alexander Technik, Ideokinesie, Body-Mind Centering, Mentales Training, Gyrokinesis, Pilates, Atemarbeit und viele weitere Methoden. Weitere Informationen Texte und Materialien zum Thema Körper und Körper-wahrnehmung in der Künstlerischen Ausbildung sind auf tab.hfmdk-frankfurt.info zu finden.

Theorie

Um ein tieferes Verständnis für die Kunstform Tanz zu ermöglichen, wird eine umfassende Verbindung von Theorie und Praxis angestrebt und Seminare in Tanzspezifischer Musiktheorie (4 Semester), Anatomie  (2 Semester) und Tanzgeschichte (4 Semester), Einführungen in Kreatives Schreiben und Wissenschaftliches Arbeiten sowie Seminare zu Theorie und Ästhetik des Tanzes und des Theaters, Tanzvideo/-filmreihen und Blockseminare in Tanzpädagogik und Management angeboten. In den Theoriemodulen wird Wissen über Grundlagen und Prinzipien aktueller wie auch historischer Formen des Tanzes vermittelt, um zeitgenössische Produktionen auch als Teil der Tanz- und Kulturgeschichte zu begreifen. Dazu werden in wöchentlichen Tanzvideo/-film Reihen themengebunden aktuelle und historische Aufzeichnungen von Tanz-, Tanztheater- und Ballettproduktionen sowie Tanzvideos und Filme vorgestellt, Bezüge zwischen Tanz, Film, Bildender Kunst, Theater und Musik hergestellt, Körperbilder und Genderfragen thematisiert. Zum anderen erwerben Studierende Grundkenntnisse in Musiktheorie und Rhythmik. Durch Partitur lesen und Musikhören werden Klangvorstellung und Musikanalyse geschult.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Erfassen musikalischer Formen, sowohl der eng mit Tanz verbundenen, als auch der vom Tanz unabhängigen. Zur Auseinandersetzung mit der Kunstform Tanz und weiteren Sparten der Darstellenden Kunst gehört auch das Schreiben von Berichten über 15 Aufführungen aus den Bereichen Tanz, Schauspiel, Musiktheater und Performance. Zu Management, Bühnenrecht, Vertragswesen und Projektförderung werden spartenübergreifend Intensivseminare und Vorträge angeboten. Den Studierenden steht eine umfangreiche Videothek und eine weit gefächerte Tanzbibliothek zur Verfügung, zu der auch die 2008 auf der 1. Biennale Tanzausbildung in Berlin gewonnene CORPUS Bibliothek für Tänzer gehört.
Jeder Studierende muss eine umfangreiche Bachelorarbeit vorlegen, ein thematisches Rechercheprojekt, dessen Fokus die Untersuchung und Bearbeitung eines spezifischen Themas aus einem der Theoriefächer ist. Diese Arbeit soll die Fähigkeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung unter selbst gewählten Fragestellungen unter Beweis stellen. Dabei sollen die Studierenden wissenschaftliche und künstlerische Recherchepraktiken anwenden, bei der Materialsuche und -untersuchung verschiedene Quellen nutzen und für die Auswertung ihrer Recherche eine angemessene Vermittlungsform finden.

Projektarbeit

Um eine umfassende und vor allem praxisorientierte Ausbildung zu gewährleisten geben internationale Gastdozenten und Choreographen Einführungen in ihre Arbeitsweisen und relevante, neue Tanztechniken.
In choreographischen oder prozessorientierten Projekten sammeln die Studierenden Erfahrung in und mit Bewegungsrecherchen, lernen unterschiedliche choreographische Praktiken und Arbeitsmethoden kennen und sind dadurch später in der Lage schnell und flexibel auf die komplexen Anforderungen im Berufsleben zu reagieren. Unter Projektarbeit werden sehr verschiedene Ansätze zusammengefasst. Diese können technikorientiert oder auf die Entwicklung von Choreographien gezielt sein. Sie können aber auch andere Formen künstlerischer, prozessorientierter Bewegungsrecherche beinhalten. Ein Beispiel für Projektarbeit ist z. B. die Teilnahme von 10 ZuKT Studierenden als Performer in „Human Writes“ von William Forsythe und Mitgliedern von The Forsythe Company im Bockenheimer Depot.  Unter Projektarbeit werden auch studentische Eigenarbeiten gefasst, die Bestandteil der Bachelorprüfung sind. Diese beinhalten das entwickeln und formulieren von Konzepten, deren Realisierung in Form einer Choreographie, einer Installation oder einer Performance. Die Studierenden müssen sich mit Themen- und Bewegungsfindung, Exploration, Verarbeitung von Erfahrungen, Präsentationsformen, Feedback und öffentlicher Diskussion auseinandersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Mousonturm werden Seminare zu Lichtdesign durchgeführt und in der Workshopreihe Körper im Theater Blockseminare zu Körper, Kostüm, Maske angeboten.

In prozessorientierten und choreographischen Projekten, Workshops und Masterclasses hatten Studierende die Möglichkeit mit Künstlern, Choreographen und Tanzpädagogen zu arbeiten wie z. B.:

A_ Steffi Arndt, B_ Alan Barnes, Dieter Baumann, Regina Baumgart,
Nica Berndt–Caccivio, Jose Biondi, Christine Bürckle, C_ Jarrod Cagwin, Francesca Caroti, Nigel Charnock, Olga Cobos, D_ David Dawson, Marguerite Donlon, F_ Sophie Faudot-Abel, William Forsythe, G_ Roberto Galvan, Cesc Gelabert, Jacopo Godani, Lutz Gregor, H_ Nik Haffner, Jennifer Hanna, Ayman Harper, Demond Hart, Jutta Hell, Joao Henriques, Reinhild Hoffmann, J_ Dietmar Janeck, K_ Nadia Kevan, Irene Klein, Jan Kodet, L_ Abou Lagraa, Toula Limnaios, Annette Lopez-Leal, M_ Ioannis Mandafounis, Thomas Mc Manus, Peter Mika, Isabel Mundry, P_ Nicole Peisl, Yuval Pick, R_ Sten Rudstrom, Patrik Rump, Ka Rustler, Ana Catalina Roman, Anthony Rizzi, Marek Rozycki, Kathy Rylands, S_ Marco Santi, Richard Siegal, Michael Schumacher, Dimitri Simkin, Jo Siska, Ted Stoffer, V_ Nina Vallon, Regina van Berkel, Carla Vannucchi , Sjörd Vreugdenhil, W_ Jörg Weinoehl, Jean Guillaume Weis und vielen anderen.

Interdisziplinarität

Spannende Entwicklungen im Tanz finden oft im Grenzbereich zu anderen Sparten und Künsten statt. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bietet sehr gute Möglichkeiten zu spartenübergreifendem Arbeiten und schafft Räume für menschliche Begegnungen. In interdisziplinären Projekten, den Ringvorlesungen im Rahmen der Hessischen Theaterakademie, in gemeinsamen Workshopreihen und Seminaren mit Studierenden aus anderen Sparten, Fachbereichen oder Hochschulen, kommt es zu Begegnungen mit anderen Kunst- und Darstellungsformen, treffen unterschiedliche Sichtweisen und Interpretationen von Gesehenem, Gehörtem und Erlebtem aufeinander, wird Kooperation erprobt und Wissen ausgetauscht. Ein Beispiel für interdisziplinäre Projekte in Verbindung mit anderen Fachbereichen und Hochschulen ist Das Blaue Fleisch, eine Musik-Tanz-Video-Installation, die im Februar 2004 im Frankfurter Dom stattfand und in Kooperation zwischen der HfMDK Frankfurt, der Fachhochschule Mainz (FB Medien-Design) und der Katholischen Akademie Rabanus Maurus entwickelt wurde, die dieses Projekt initiiert und finanziert hat. Beteiligt waren 25 Tänzer, ein Schauspieler, eine Sängerin, vier Komponisten, fünf Musiker, zehn Videofilmer unter der künstlerischen Leitung von Prof. Isabel Mundry (Komposition), Lutz Gregor (Video), Prof. Dieter Heitkamp (Tanz) und der choreographischen Mitarbeit von Nicole Peisl (Ballett Frankfurt).
Ein weiteres Beispiel ist das Musik-Tanz-Projekt Verschiebungen eine Kooperation mit der Jungen Deutschen Philharmonie, das im September
in der Naxos Halle aufgeführt wurde. Marc Spradling, Regina van Berkel, Jean-Hugues Assohoto und Dieter Heitkamp entwickelten mit 30 Tanzstudierenden Choreographien für die 4 Sätze der 1. Kammermusik von Paul Hindemith.

Aufführungen

In drei verschiedenen Aufführungsreihen pro Studienjahr haben die Studierenden schon ab dem ersten Semester reichlich Gelegenheit Bühnenerfahrung zu sammeln und können ihre Erfahrungen und das Wissen, das sie während des Semesters in den verschiedenen Technik und Improvisationsklassen, in choreographischen Projekten und bei interdisziplinären prozessorientierten Kursen gewonnen haben unter professionellen Aufführungsbedingungen vor Publikum erproben. Sie können ihre darstellerischen Fähigkeiten und Qualitäten als Interpreten in ganz verschiedenen Choreographien und Stilen zeigen und haben Gelegenheit eigene Arbeiten vorzustellen: Beim Wintertanzprojekt im Gallus Theater im Februar (seit 2001), bei den Vorstellungsreihen in Kooperation mit der HTA im Künstlerhaus Mousonturm im Mai (seit 2003) und beim Tanzmarathon im Kleinen Saal der HfMDK (seit 2005).
ZuKT öffnet dem Tanz neue Räume in der Stadt wie mit Das blaue Fleisch im Frankfurter Dom oder Liebe.komm im Museum für Kommunikation. Verschiedene ZuKT Produktionen wurden im Capitol, in der Messe und auf dem EVO Gelände in Offenbach und auf Gastspielen gezeigt. So z. B. im Theater und im TiL in Gießen, im Theater und im TiF in Kassel, in Mainz, Marburg, Wiesbaden, Würzburg, Berlin und Essen. Studierende wirkten in verschiedenen Produktionen an den Theatern in Wiesbaden, Mainz und Darmstadt mit, waren an Produktionen anderer Abteilungen der HfMDK beteiligt wie an Lecture Performances und Auftritten mit Choreographien von Dozenten der Tanzabteilung. Im Juni 2005 erhielt ZuKT den Zuschauerpreis der Hessischen Theatertage.

III.   Woran wird der Erfolg der Ausbildungsmethoden gemessen?

ZuKT Absolventen hatten/haben Engagements an deutschen Stadt- und Staats-theatern – z.B. in Saarbrücken, Oldenburg, Osnabrück, Würzburg, Braunschweig, Flensburg, München, Pforzheim, Ulm, Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, Darmstadt, Augsburg, Kassel, arbeiten im Ausland z. B. in Holland beim NDT II und bei Itzik Galili oder dem Scottish Dance Theatre, beim Cirque du Soleil, dem Silesian Dance Theatre in Polen, dem Nationalballett Prag oder in St. Gallen in der Schweiz. Einige entscheiden sich in Projekte in der Freien Szene mitzuwirken oder eigene Projekte zu verwirklichen. ZuKT Absolventen sind auch maßgeblich am Aufbau von unabhängigen Tanzstrukturen in Frankfurt beteiligt wie ID_Frankfurt.
Die meisten Absolventen sind langfristig im Tanzbereich tätig, arbeiten
als Tänzer oder entwickeln sich zu Choreographen, können ihr erworbenes
Wissen erfolgreich in anderen Berufsfeldern einbringen, im Theater- oder
Kulturmanagement, in der Tanzwissenschaft, als Physiotherapeuten oder Tanzpädagogen. Die Bausteine bzw. Modulbestandteile der Ausbildung fördern die Auseinandersetzung mit anderen Sparten und Künsten, konfrontieren die Studierenden mit unterschiedlichen Themenfeldern, fördern Ansätze zu lebens-langem Lernen und versuchen so die Tänzer auf die Transition vorzubereiten, den Übergang in die Zeit nach der aktiven Tänzerlaufbahn.

 

IV.   Welche Änderungen werden vorgenommen, um sich zu verbessern?

Durch flexible Ausbildungsstrukturen wird versucht Raum für neue Inhalte und die Weiterentwicklung des Studiengangs zu schaffen. Seit der Umwandlung des Diplomstudiengangs Bühnentanz in den Bachelorstudiengang Tanz können Studierende im dritten Ausbildungsjahr einen Schwerpunkt in Klassischem oder in Zeitgenössischem Tanz setzen. Im vierten Jahr besteht die Möglichkeit durch längere Berufspraktika einen besseren Einblick in das professionelle Berufsfeld zu erlangen. Durch die Kommunikation mit ehemaligen Studierenden und den Austausch mit Choreographen, künstlerischen Direktoren und Gastlehrern sowie durch deren Feedback wird ermittelt, was in der Ausbildung gut funktioniert hat und was noch verbessert werden kann. Durch Weiterbildungen wird das Dozententeam mit neuen Ansätzen in Berührung gebracht. Auf organisatorischer und struktureller Ebene versucht der Ausbildungsbereich ZuKT die Verwirklichung der Ausbildungsziele und die Förderung der Studierenden durch den intensiven Auf- und Ausbau von Netzwerken zu unterstützen. Dies geschieht

– innerhalb des Fachbereiches Darstellende Kunst durch intensive
   Zusammenarbeit der Studiengänge Schauspiel, Oper, Regie, BAtanz,
   MAztp, MA CuP und MA Theater- und Orchestermanagement
– in der Hessischen Theaterakademie über die Zusammenarbeit von vier
   Hochschulen, die für die Bühne ausbilden und allen Stadt - und
   Staatstheatern in der Region
– beim Festival Junger Talente unter Beteiligung der Kunsthochschulen in
   der Region   
– auf nationaler Ebene über die aktive Mitarbeit in der Ausbildungskonferenz Tanz
– auf internationaler Ebene durch den Austausch mit europäischen
   Hochschulen in Amsterdam, Bytom, Linz, Rotterdam, und Wien
   (Lehrer & Studentenmobilität)
– durch die intensive Kooperationen mit Tanzlabor_21/ Tanzbasis  
   Frankfurt_Rhein_Main
durch das regelmäßige Profitraining, Lecture
   Demonstrations und Masterclasses, die Erweiterung der bestehenden
   TanzVideoarchive in der Region, durch Projekte im Bereich Tanz in Schulen und die Schaffung von Projektensembles
– durch die Zusammenarbeit mit Stiftungen wie z. B. der Crespo
   Foundation
, der Tanja Liedtke Stiftung, der Gesellschaft der Freunde
   und Förderer der HfMDK
und dem ZuKT Förderverein.